Bar mit Herz und Seele

Bar mit Herz und Seele

Ich war übrigens noch nie in Griechenland zuvor, wurde aber durch den Besitzer des Baba Au Rums dazu inspiriert und deshalb galt mein erster Barbesuch natürlich dem Baba Au Rum.

Um 17 Uhr bog ich um die Ecke und stand vor den roten Außenmöbeln der Bar. Ich betrat den Raum und machte eine kleine Zeitreise in die 50er Jahre. Ein bisschen American Dinner mit Tiki gepaart. Eine tolle Tapete auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Bar mit einem großen Rückbuffet voller Rum – wer hätte das bei dem Namen und Konzept vermutet ;). Die Farben rot und hellblau dominieren, es gibt Vitrinen mit Gläsern, Tiki Bechern, Büchern, alles perfekt zu einer harmonischen Einheit arrangiert. Ein bisschen Weihnachtsdeko befindet sich im Fenster, alles überhaupt nicht kitschig. Ich nahm auf dem 50er Jahre Barhocker Platz. Es war noch nicht besonders voll, denn üblicherweise ist die Bar noch nicht um diese Uhrzeit geöffnet. Christmas Shopping am Sonntag gibt es auch in Griechenland und die Geschäfte hatte alle offen, daher auch die Bar etwas früher.

Ich bekam die Karte überreicht und blätterte mich durch das Werk. Ein paar Kostproben hatte ich ja bereits in der Vesper Bar und startete klassisch mit einem „Baba Au Rum Cocktail“, einem Daiquiri Twist mit dezenter Säure, schön abgestimmt mit einer Salzlösung und etwas Basilikum. Dazu gab es ein anständiges Glas Wasser, welches den ganzen Abend über nie leer wurde. Das Personal ist sehr aufmerksam und freundlich, ruhig und professionell. Geworfene Drinks und angezündete Spirituosen erfreuten mein Auge. Die Drinks wurden abgeschmeckt und an den Shakern wurde intensiv gerochen. Normalerweise ist mir das gar nicht mehr aufgefallen, aber nach dem Erlebnis in der Reingold Bar, wo kein Drink probiert wurde, fällt mir dieses Detail wieder positiv auf.

Nach der Säure wählte ich etwas mit Portwein, Rum und Whiskey, nämlich einen „Dan Cunningham“. Süßlich und kirschig, aber auch lecker. Barfood steht keines auf der Karte, aber ein paar Süßigkeiten unter Glaskuppeln auf dem Tresen. Ich bestellte jetzt mal einen doppelten Espresso, da ich mich etwas vor der Wirkung des Alkohols fürchtete. Die Bar füllte sich und es erschienen die ersten bekannten Gesichter. Elias, der auch in Berlin war, schaute mich etwas irritiert an, da er mich erkannte, aber nicht zuordnen konnte. Genauso ging es auch der Freundin des Barbesitzers K., die mich zunächst auf griechisch ansprach. Somit war die Überraschung groß, als ich erklärte, dass ich extra aus Berlin angereist kam. Eine halbe Stunde später kam dann auch Thanos (was ein optisches Highlight übrigens). Hier nun aber ein paar Eindrücke aus der Bar.

Mittlerweile kam dann auch ein DJ und legte gute 80er Jahre Musik auf. Die Bar wurde voller und selbst ein paar kleine Kinder waren dabei. Das ist dann die entspannte mediterrane Erziehung, wo die Kinder sich mehr nach den Eltern richten, bzw. nach dem sonntäglichen Familienausflug, die Kinder einfach mitgenommen werden.

Weiter ging es mit dem „Spectacle Society“ mit der Schärfe des Ingwers. Danach ein „Duchamps Punch“, der mir mit der Lavendelnote am besten geschmeckt hatte. Hierzu gab es dann ein Schälchen Nüsse, Cashews und große Mandeln. Mein Wochenziel ist es die Karte durchzuprobieren. Irgendwie merkte ich von dem Alkohol nur leicht etwas, was vielleicht an dem reichhaltigen griechischem Essen lag. Zum Abschluss servierte mir Elias einen Cachaca mit getrockneter Feige in Begleitung. Der Ypioca Cachaça 150 wurde in Holzfässern gelagert und schmeckte sehr mild. Also wenn das alles Tiki ist, dann finde ich Tiki super. Das Baba Au Rum befindet sich auf der Liste der weltbesten Bars und das zu Recht. Eine Übersicht aller Drinks findet sich hier.

Tiki AthensPrompt ging es dann tatsächlich weiter mit Tiki und zwar in die Tiki Bar Athens zu einem Livekonzert. Die Gastfreundschaft war mir schon in Berlin aufgefallen und hier ging es weiter. K. nahm mich mit zu dem Konzert. Das war sehr gut und wir hatten einen lustigen Abend. Nach einem Whiskey reichte mir der Alkoholpegel allerdings. Mit dem Taxi ging es dann zurück ins Hotel, wo ich selig in die Kissen sank und von den Göttern des Barolymp träumte.

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