Der erste Drink des Jahres geht an ….

Der erste Drink des Jahres geht an ….

Becketts Kopf, denn nach der Weihnachtsvöllerei mit Familie und Freunden gelüstet mir nach einem delikaten Drink mit Geist. Das Becketts Kopf hat eine neue Karte, zumindest für mich neu, da ich schon seit ein paar Monaten nicht mehr da war. Überraschenderweise standen schon vor dem Eingang einige Gäste und auch in der Bar war es voll. Nach den Feiertagen hatte ich nicht mit solch einem Andrang gerechnet. Ich bekam einen Platz an der Bar 🙂 und freute mich schon auf meinen Drink. Die Wahl fiel auf den „Jack O`Lantern“, laut Karte „ein Drink, mit dem man den Teufel bestechen kann. Ungewöhnlich, mit der Sehnsucht des Irischen Whiskeys, Madeira, Kirsche und leichter Schärfe. Wie Backpflaumen, über dem Höllenfeuer gedörrt.“ Dazu gab es feine Schokoladenstreifen. Der Drink war delikat und hatte die Süße des Madeiras, die ich auch am „Lancaster“ sehr mag. Ein „Lancaster“ musste es dann aber dann noch sein, auch wenn er nicht mehr auf der Karte zu finden ist. Es war voll und viel los hinter der kleinen Bar. Der Bartender war ziemlich beschäftigt, aber der Lancaster war wieder einfach lecker. Nach dem ersten Schluck fragte ich mich, warum ich eigentlich nicht öfter hierher komme. Die Auswahl an guten Bars ist in Berlin nicht ganz so groß wie man annehmen könnte. Es liegt an der Distanz zwischen meinem Wohnort und dem Prenzlauer Berg. Aber das ist jetzt mal zumindest ein guter Vorsatz für das neue Jahr, nämlich öfter ins Becketts Kopf zu gehen. Mittlerweile gesellte sich ein Bewohner des Prenzlauer Bergs zu mir, der doch tatsächlich noch nicht im Becketts Kopf war und netterweise seinen Platz neben mir fand, trotz Reservierungen ;). So kam ich übrigens zu einer Kostprobe des „Mother in Law“ mit weniger Umdrehungen als im Immertreu, aber auf keinen Fall weniger lecker. Die Spirituosenauswahl ist hier sehr fokussiert auf die Kompositionen der Drinks, und die eigene Konzentration liegt im Schmecken eben dieser. Aufregend und entspannend zugleich, serviert in schönen antiken Gläsern. Mir war schon leicht schwindlig vom Alkohol, aber ein Drink musste noch sein. Der entzückende Bartender, dem ich den ganzen Abend bei der konzentrierten Zubereitung zugeschaut hatte, empfahl mit den „Professor Plum“ mit Sherry und Absinth, der auch sehr lecker war. Der Geräuschpegel stieg, genauso wie mein Alkoholpegel, so dass es an der Zeit war zu gehen.

Vor der Tür eisige Kälte, aber noch keine Lust den Abend enden zu lassen. Meine Begleitung und ich wanderten weiter auf den Spuren Oliver Eberts in Richtung Mitte. Das Lost in Grub Street bietet auf jeden Fall einen Ruhepol, und ich nahm das erste Mal Platz in der kleinen Sitzhöhle gegenüber des Eingangs. Ist man in Begleitung, dann schreit dies förmlich nach einem Punch und auch mein Magen meldete sich in Erinnerung an all die Leckereien, die es dort gibt. Die Stullen sind ein Traum mit dem warmen Brot und den kleinen Gefässen mit den Beilagen. Punch, Mitternachtssnack, Ruhe und die Müdigkeit schlug zu. Ein schöner Abend für den ersten Ausflug des Jahres.

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