Die Geschichte meines ersten Mai Tais …

Die Geschichte meines ersten Mai Tais …

und meinem Besuch im Rum Trader, und warum ich doch wieder ins Buck & Breck gegangen bin. Oder einfach eine Geschichte über einen langen Spaziergang vom Alexanderplatz über den Prenzlauer Berg zurück nach Mitte durch die kühle und feuchte Nachtluft Berlins.

Es war einmal eine legendäre Bar mit einem berühmt berüchtigten Barbesitzer in Berlin. Mein Besuch des Rum Traders stand schon lange aus und eigentlich hatte ich D. versprochen mit ihm dorthin zu gehen, aber ich nutze die Rumvorliebe von S. und pilgerte gen Fasanenstraße. Ein bisschen Tiki Outfit um den beliebtesten Drink aus der Ära der Tiki Bars zu probieren. Bisher hatte ich mich von Drinks wie Mai Tai ferngehalten, zu süß, zu fruchtig, aber angeblich trinkt man im Rum Trader die ursprüngliche Version und ich war neugierig. Wir hatten das „Vergnügen“ von Herrn Scholl persönlich bedient zu werden. Die Tür der wirklich kleinen Bar mit ca. 10 Plätzen stand wegen der Schwüle weit offen. Wir fanden nur noch einen Platz in der kleinen Ecke, an der Bar selbst tummelten sich Stammgäste. Die Stimmung gefiel mir nicht, das Interieur olle und auch die 30er Jahre Musik brachte da keinen Glamour. Herr Scholl launisch, unsympathisch, schüttelte die Drinks lustlos, war unhöflich und am Ende noch erstaunt, dass wir nicht lange da waren. Ich hatte erst mit meiner Bestellung gezögert und wollte nochmal auf einen Sazerac umschwenken, doch als ich den Rum Old Fashioned meiner Begleitung sah, da war ich mit dem Mai Tai doch besser bedient. Da schwammen kleine Eiswürfel drin und das Glas war gar nix. Legende und Allüren hin oder her, und von wegen Institut für fortgeschrittenes Trinken, das kann man auch echt schönreden. Ich war wirklich erschüttert, kein anständiges Eis, keine schönen Gläser, ein bisschen „Rumgeschüttelt“ und das soll eine der besten Bars sein. Da war ich nun aber meiner Begleitung eine wirklich „beste Bar“ schuldig.

Es ging weiter auf die andere Seite der Stadt Richtung Immertreu. Hier wartete die nächste Enttäuschung, die Laterne brannte nicht und der Rolladen war heruntergelassen. In der nahen Alternative, der Bryk Bar hatte Cordula gerade die Bar geputzt und außer einem kleinen Plausch gab es nichts. Wir machten einen langen Spaziergang durch den ausgestorbenen Prenzlauer Berg und landeten in Mitte. S. hatte es das letzte Mal so gut im Buck & Breck gefallen, dass ich mich nicht sträubte und einen neuen Versuch startete. Der Abend war schon nicht optimal gelaufen, da konnte es nur besser werden, und mir verlangte nach einem ordentlichen Drink. Der „Greenpoint“ hatte eine Überdosis Wermut und der „Bijou“ war auch nicht optimal, aber die Unterhaltung war gut und wir konnten uns von unserem langen Marsch durch die Nacht erholen. Unsere 10.000 Schritte haben wir erfolgreich gemeistert.

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