Endlich mal ins Galander

Endlich mal ins Galander

Das war zwar nicht geplant, aber dafür großartig. Ich traf mich mit einem früheren Kollegen, der mir die Woche zuvor über den Weg gelaufen war. Eine perfekte Bar für diesen Anlass erschien mir die Bar Zentral. Leider stießen wir hier auf eine geschlossene Gesellschaft. In der Ecke ist es schwer eine weitere gute Bar zu finden. Da fiel mir die Vesper Bar ein. Nachdem ich den Fußweg doch etwas unterschätzt hatte fanden wir auch hier eine geschlossene Gesellschaft vor. „Der Weg ist das Ziel“, aber wo führt der Weg hin? Zum unweit gelegenen Stuttgarter Platz, wo sich die Bar Galander Charlottenburg findet.

Die Bar steht schon lange auf meiner Wunschliste, doch irgendwie hat es nie geklappt und dieser Abend war wohl dafür vorgesehen. Jetzt wird es spirituell, und das kommt bekanntlich von Spirit, also demnach genau der richtige Ort. Durch das große Fenster konnte ich nämlich selbigen schön aufgereiht erblicken. Das Galander ist eine Bar im Stil der eleganten 20er Jahre. Es empfängt einen viel dunkles Holz, dunkle opulente Tapeten und einen riesigen Kronleuchter. Der schwere Rauch in der Luft geben dem Ganzen eine mondäne Atmosphäre. Die Bar an sich ist solide gebaut und die Stühle reihen sich in U-Form entlang. Es gibt noch einen Salon und schöne verspielte Toiletten. Wir nahmen direkt an der Bar Platz und ich schaute mir den alten Stuck an der Decke an. Ich war etwas verzaubert und dann bekam ich ein Tablet auf den Tresen gelegt!!! Ich hätte da gerne mal mein entsetztes Gesicht gesehen. Ich hatte eine Karte als Buch, oder was auch immer erwartet, aber kein Tablet. Spontan bestellte ich einen „Negroni“, und überflog das Display nur kurz. Was für ein Stilbruch, aber nach dem ersten Drink und einer ordentlichen Portion Wasser war alles wieder in Ordnung. Das Barteam ist so sympathisch und machte diesen Abend mal wieder zu einem wundervollen Erlebnis.

Seit letzter Woche begleiten mich die Mezcal Drinks, so dass ich als nächsten Drink einen „Mezcal Sour“ wählte. Es ist immer wieder überraschend, dass ein so muffiger Geschmack lecker sein kann. Meine Begleitung schaute leicht irritiert und versuchte einen Schluck. Etwas angewidert erschien mir der Gesichtsausdruck, aber das ist ja alles bekanntlich eine reine Geschmackssache. Es gibt übrigens auch frisch gezapftes Bier, hilfreich als „Zwischengang“.

Die weiteren Gäste um mich herum sind „erwachsen“ und suchen nach gehobenem Trinken. Die Bar war früher übrigens ein Bordell und der Stuttgarter Platz war als Rotlichtbezirk bekannt. Direkt daneben befindet sich die unlängst eröffnete Galander Dive Bar, durch welche ich eine Führung von der entzückenden Barmaid genießen durfte. Eine witzige und nicht digitale 🙂 Getränkekarte listet solide Longdrinks und Bier.

Zurück in der Bar durfte ich einen Drink für einen Wettbewerb probieren. Ich bin ja kein großer Fan von Wodka, nicht aus Prinzip oder weil das nicht mehr so schick ist, sondern eher von der geschmacklichen Seite her. Daher ging es nahtlos zu der Zubereitung eines „Mother in Law“ über, da gibt es sehr viel Geschmack zu entdecken. Die Uhr tickte erbarmungslos und es war an der Zeit zu gehen.

Sitzen, genießen, in eine andere Zeit eintauchen, unaufgeregt mit einer wundervollen Betreuung. Ich komme wieder, definitiv.

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