Es ist demnächst …

Es ist demnächst …

Donttouchmycocktailund ich kehrte zurück nach Amsterdam. Als erste Quelle wählte ich das Tales & Spirits. Ich hatte bereits zahlreiche gute und schlechte Geschichten darüber gehört und war dementsprechend kritisch.

Es handelt sich um eine kleine Bar in einem alten Backsteinhaus. Hauptsächlich gibt es kleine Tische, da hier innovatives Essen zusammen mit Cocktails serviert wird. Der Tresen selbst hat sechs Sitzplätze, der Alkohol ist in hohen alten Schränken sortiert und es finden sich Vitrinen mit alten Kannen und Krügen aus vergangenen Cocktailzeiten. Beeindruckend sind die mächtigen Kronleuchter und der Blick in die Küche. Ich ergattere einen letzten Platz an der Bar. Die Aufmerksamkeit des Bartenders ist nicht unaufdringlich und mit der Begrüßung „Hi, Darling“ hatet er nicht gleich meine Sympathie auf seiner Seite. Auch die staatliche Auswahl an Wodka und die damit angebotenen Cocktails machen es nicht komfortabler. Allerdings sei hier das attraktive Barpersonal erwähnt, das herzliche Willkommen und die angenehme Atmosphäre.

Hier nun die „Lovestory“. Darling 😉 sagte dem Bartender, sie hätte gerne einen „dry, edgy, complex and aromatic Cocktail“. Und Darling bekam einen Martinez. Der war etwas zu süß, aber das Eis zwischen ihr und dem Bartender war gebrochen. Darling hatte die ernsthafte Aufmerksamkeit gewonnen.

Die Auswahl an Bitters ist immens und ich entdeckte sogar den Orinoco Bitter’s, was den Bartender beeindruckt den Kopf schütteln lies. Den nächsten Drink bestellte ich mal anders, ich suchte mir einen Bitter aus und er machte mir einen Drink drumherum. Meine Wahl fiel auf den Teapot Bitter. Der Drink basierte auf einem Premium Cachaca, Thymian-irgendwas und anderes. Das Resultat war ganz ok. Die Essenskarte ist ausgewählt, wie auch die Preise, aber ich musste unbedingt die beiden Variationen von Entenleber versuchen. Einmal gebraten und einmal als Creme Brulée. Danach ein Mandeleis und Absinth Zuckerwürfeln und Erdbeeren. Verboten lecker!!! Als Nachtisch wählte ich einen Cocktail aus der Karte. „Madame Moustache“ serviert auf Spielkarten und mit der passenden Story: „A notorious female gambler on the American western frontier who made a living of playing Blackjack. Bootlegger white whiskey, Pierre Ferrand dry Curacao, Tonka bean syrup, fresh lemon juice, egg white, and Fee Brothers whisky barrel aged bitters.“ Das war ein netter Drink und auch die Präsentation sehr schön. Ich hatte aber noch Lust auf einen Gute-Nacht-Drink und entschied mich für den „Amsterdam Chai“. Die Zubereitung war sehr beeindruckend und rechtfertigen wohl den stolzen Preis von 18 EUR. Der Inhalt besteht aus „Dilmah single estate Darjeeling tea, Bols Barrel aged Genever, Vermouth del Professore. secret chai spice mix, heated in a vacuum pot, layered with warm Bols Natural Yoghurt foam.“ In meine Hall of Fame hat es die Bar nicht geschafft.

Die Musik war gut, der Abend unterhaltsam, ich war satt, die Rechnung hoch und es war schon fast an der Zeit nach Hause zu gehen, da kamen wir auf Zad. Ein Amsterdamer Urgestein, den ich das letzte Mal im Door 74 kennenlernen durfte. Da es kurz vor Feierabend war und der Bartender noch im Door 74 verabredet war, beschloss ich den Abend auch dort enden zu lassen. Mittlerweile hatte ich einheimische Gesellschaft an der Bar bekommen. Ich wollte ja schon immer mal mit dem Fahrrad durch Amsterdam fegen, und das am besten als Mitfahrer bei einem Einheimischen, da diese das Chaos auf der Straße beherrschen. Leider endete die Fahrt sehr unsanft auf dem Asphalt. Voller Vorfreude rauschte ich durch die Nacht und plötzlich holte mich ein Sturz in die Realität zurück. Mein Fahrer hatte eine Bordsteinkante übersehen und flog in hohem Bogen auf die Seite und ich auf die Knie. Der Schock nahm erst einmal den Schmerz und so liefen wir die letzten Meter zur Bar. So richtig heftig trafen mich die Schmerzen erst auf dem Nachhauseweg. Den nächsten Tag verbrachte ich tagsüber im Bett mit einem Eisbeutel auf einem sehr geschwollenen blauen Knie. Das war mir eine Lehre!

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