Jihaaa – auf in den Wilden Westen

Jihaaa – auf in den Wilden Westen

Ich bin mal wieder in Berlin und „umme Ecke“ meines Hotels befindet sich das Stagger Lee. Die Bar steht schon eine ganze Weile auf meiner Liste, aber bisher hat mich der Saloon-Style nicht angelockt. Nun, da ich also nur ein paar Hundert Meter entfernt wohne und die respektable Sammlung an Whiskey und Tequila sehr verlockend klingt, schwinge ich die Hufe und mache mich auf in die Welt der „rauchenden Colts“.

Eine Klingel, schöne warme Atmosphäre, ein angenehmes Licht, dunkles Holz, eine schöne Tapete und bequeme Barhocker erwarteten mich. Es gab Musik, aber die störte einfach nicht. Es war früher Abend, außerdem Sonntag, und somit ausreichend Platz an der Bar.

Ich startete mit einem Last Call, was die Anzahl der folgenden Cocktails offen lies und meinen Barnachbarn etwas verwirrte. Mir war aber gerade sehr nach Mezcal zumute und der Drink gut, lustig serviert in einer Kokosnussschale auf einem „Oma-Tablett“. Hinter der Bar ein französisches Greenhorn. Er kannte nicht all die Bars und Bartender und ging auch völlig unbefangen mit den Spirituosen um. Allerdings zauberte er mir mit einer rauchigen und sehr würzigen Old Fashioned Variante ein großes Lächeln ins Gesicht, auch der Drink mit Rye und Portwein war sehr lecker, und er war so herrlich entspannt. Den Raucherraum lernte ich dank meines Barnachbars Paul aus New York kennen. Der Abend endete hier mit einem erfrischenden Bier und einem schönen Gespräch. „Eigentlich“ bin ich ja immer alleine unterwegs, um mich nicht unterhalten zu müssen, aber „irgendwie“ treffe ich meist interessante Menschen mit spannenden Geschichten.

Das Stagger Lee hat mir sehr gut gefallen, solide, schnörkellos und sehr „John Wayne“.

 

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