Lost in Grub Street …

ist der Name der neuen Bar um Oliver Ebert. Ich hatte bereits im Vorfeld von einer neuen Bar, dem neuem Konzept von Bowlen gehört, und dass es auf keinen Fall ein zweiter Becketts Kopf werden wird. Sonntags erhielt ich eine konkrete Einladung zur Eröffnung und machte mich am Mittwoch um 18 Uhr auf Richtung Jägerstraße. Aufgeregt bog ich ab und erblickte den Namen der Bar sehr dezent auf einer dunklen Glasscheibe. Ein schwarzer Eingang, eine Klingel und hinein in einen dunklen, dezent ausgeleuchteten und sehr großzügigen Raum. Ich entdeckte meine Einladung und steuerte auf einen Tisch zu, unbewusst den Bartresen und Ansammlungen von Flaschen suchend. Ich fühlte mich ein bisschen zu exponiert und nahm auf der großen gepolsterten Bank Platz.

Es gibt keine klassische Bar, es gibt kleine Tische entlang der Bank, die sich um den Raum legt und kleine Sessel. Dezentes 50er Jahre Samtdesign, edel in dunkelgrün und schwarz gehalten. Die Tische sind dezent mit Hängelampen beleuchtet, die man beim Aufstehen beachten sollte, sonst wird es schmerzhaft. Ich saß nun auf der bequemen Bank und versuchte anzukommen. Das dauerte übrigens etwas länger, so bis drei Uhr morgens ;). Es gibt einen außergewöhnlichen Barwagen, der an jedem Ort platziert werden kann und das ganze Equipment (Eis, Rührgläser, Spirituosen usw.) beherbergt. Es wird mit einer Präzision gearbeitet, wie das für Herrn Ebert üblich ist. Die Temperatur des Eises wird elektronisch gemessen, der Wagen und die schönen Schüsseln blitzen um die Wette. Es gibt hauptsächlich Bowlen und kleinere Cocktails mit unüblichen Spirituosen für eine klassische Bar. Damit meine ich feine Brände gepaart mit eindrucksvollen Geschmacksrichtungen wie z.B. Vogelbeere, Verveine, Bitterorange. Die Punche werden ab zwei Personen in großen silbernen Schüsseln serviert und laden zum geselligen Ausschenken und Plaudern ein. Die Karte ist sehr schön illustriert und beherbergt auch einige kulinarische Highlight, wie die am Tisch in einer halben Bierdose gegrillte Chorizo und die Stullen Teller mit Roastbeef vom Wagyu und feinen Zutaten.

Nach und nach läuft die Barszene ein und ich erkenne einige bekannte Bartender, Brand Ambassadore und Schreiberlinge. Ich hatte tolle Unterhaltungen an diesem Abend und das Flair lies mich sehr lange durchhalten. Diese Bar ist sehr schön und es finden sich viele interessante Details und auch die Idee mit den Bowlen ist toll. Die Zutaten sind hier selbstverständlich hochwertig und die Komposition der verschiedenen Zutaten toll, für meinen Geschmack allerdings zu süß. Ich bemerkte zwischendurch das Anschleichen von Kopfschmerzen, aber der tolle Kaffee aus dem Hause Barn vertrieb diese zum Glück wieder.

Ich verbrachte einen ungewöhnlichen Abend und hatte ein anderes Barerlebnis als sonst. Mir gelüstete zwischendurch nach einem „anständigen“ Cocktail und ich vermisste einen Bartresen vor mir. Dies ist keine Bar, um alleine hinzugehen. Hier steht das gesellige Trinken im Vordergrund. Es war ein toller Abend und ich hoffe mal meine Kollegen überreden zu können mich dahin zu begleiten. Ansonsten werde ich aber dieses Konzept vom Becketts Kopf aus unterstützen.

Die Homepage bringt es auf den Punkt: LOST IN GRUB STREET ist ein Ort der Trinkkultur, in dem es darum geht, die Zeit zu verlieren. In Gemeinschaft um riesige Punch Bowls oder vor Cocktail-Miniaturen.

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