„Lost in the Pine“

„Lost in the Pine“

„In the Pine“ ist der wunderbare Drink des Bartenders aus dem Kolokotroni 9. Es handelt sich dabei um den bereits erwähnten Drink, der eine Abwandlung eines „Aviations“ ist, bei dem Marschino gegen Pine Sirup ausgetauscht wurde. Nachdem Dimitris gestern seine köstlichen Kreationen gepostet hatte, zog es mich als Erstes magisch ins Kolokotroni 9. Ich war sehr gespannt, ob er wieder so schmeckte. Es war wieder voll auf den Straßen, da immer noch Karneval in Athen gefeiert wird. Ich fand den letzten Platz an der Bar und hatte schon bald das Glas vor mir stehen. Dazu ein Glas Wasser und ein paar Knabbereien. Der Vortag war bereits eine geschmackliche Reise. Whisky ist sehr komplex und meine absolute Lieblingsspirituose. Dieser Drink, dessen Hauptzutat Gin ist, hat eine Leichtigkeit und Verletzlichkeit und etwas Elegantes und Pudriges. Kurz, meine Begeisterung war ungetrübt. Danach bekam ich noch einen ähnlichen Drink, auch mit Pinie und etwas Mastiha. Der war durch die Mentholnote des Mastiha frischer, aber auch sehr lecker. Trotz des regen Betriebs in der Bar wird hier jeder Drink mit Liebe zubereitet und dekoriert.

Ich schaute eine Weile zu, zog dann aber weiter Richtung Baba Au Rum. Das ist mein Fixstern am Cocktailhimmel und einfach entspannend. Die Woche war hart, der gestrige Tag sowieso und langsam merkte ich den hohen Alkoholkonsum und die Müdigkeit. Was ein anstrengendes Hobby, dachte ich so bei mir und fragte nach einem etwas leichteren Drink. Der Bartender machte mir einen erfrischenden Drink mit Minze und leichter Säure, und Rum natürlich. Es folgte ein kleiner Bourbon und dann wurde es Zeit weiterzuziehen. Ich hatte noch ein paar Bars auf der Liste.

Dazu gehörte das Rehab. Ein guter Name für eine Bar und meinen Zustand, dachte ich mir so und lief eine Straße weiter in eine lange Passage, an deren Anfang sich bereits eine Bar befindet und das Rehab den Abschluss bildet. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, was die Optik betraf. Wilde Tapete, Aquarium, viel buntes mundgeblasenes Glas, etwas Marmor, irgendwie 80er und unharmonisch. Eventuell verbirgt sich hier ja auch ein Konzept, aber das war mir nicht eindeutig ersichtlich. Eindeutige Tendenz in Richtung Labor hat das Ganze allerdings. Das Barteam trägt weiße Kittel und es finde sich einige Reagenzgläser hinter der Bar. Die Karte ist kurz und knapp und auf Griechisch. Die attraktive Barmaid sprach allerdings deutsch und erklärte mir die Drinks. Die sind nach ihrer Aussage sehr „kinky“ und ich wählte eine Mischung aus Rum, Macadamiasirup, Apfel und Ginseng. Rum ist zu 99 % die vorherrschende Spirituose. Es gab zunächst ein gigantisches Glas Wasser, ein Schlüsselchen mit gesalzenem Popcorn und dann kam nochmal ein gigantisches Glas mit viel Eis und dem Drink. Der „Chamäleon Song“ soll sich geschmacklich über die Zeit verändern erklärte mir der Headbartender. Irgendwie sah das blöde aus mit den zwei riesigen Gläsern und das war alles viel zu viel. Ich machte in Gedanken einen Haken an diese Bar und beschloss ins Bett zu gehen.

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