Mädelsabend

Mädelsabend

Die Berlinale wartet mal wieder mit leckeren Foodtrucks auf. Hierhin machte ich einen Ausflug mit ein paar Kollegen. Als wir uns schon am Potsdamer Platz verabschieden wollten, fragte meine Kollegin, die ich schon kürzlich in die Bar Zentral entführte, nach der bekannten Fragrances Bar im Ritz Carlton. Draußen war es kalt, so dass ein wärmender und wohlriechender Drink nicht schaden konnte. Wir bahnten uns den Weg durch das Getümmel im Foyer und erreichten den galerieartigen Eingangsbereich des Fragrances. Ich erklärte kurz zum Konzept, dass hier auf Basis von Parfümen Drinks entworfen wurden, die den Geruchssinn noch mehr ansprechen sollen und das Erkennen der Vorlieben des eigenen Geschmacks unterstützen. Den Barchef Herrn Heißen hatte ich ihr beim Passieren des Curtain Clubs gezeigt. Er ist der kreative Kopf hinter dem Konzept und berühmt in der Branche.

Wir schnüffelten uns durch allerlei Dosen und Flakons und fanden unsere Drinks. Ich war nun zum dritten Mal hier und bin wieder nicht so überzeugt. Zuviel einschlägige Spirituosenmarken, zu leichte Drinks, die einen eher unangenehmen Parfümgeschmack hinterlassen. Das Trinkvergnügen liegt für mich in der Optik. Ich finde es auch nicht gut, wenn kein Wasser gereicht wird. Natürlich haben wir auf Nachfrage Wasser bekommen und der Service ist super, aber hier fehlt mir eindeutig die „Herznote“.

Bryk

Wir hatten nicht wirklich Lust den Abend schon enden zu lassen. Gerne wollte ich der Kollegin etwas sensorisch Ähnliches zeigen. Ich wollte schon immer mal wieder in die Bryk Bar. Mittlerweile ist da Cordula Barchefin und der vorherige Barchef, der mir nicht so sympathisch war, ist nicht mehr da. Also ging es weiter Richtung Prenzlauer Berg. Die Bryk Bar ist eine angenehme dunkle und etwas intimere Bar. Wir klingelten und wurden eingelassen. Leider war Cordula nicht da, aber dafür fand ich ein anderes bekanntes Gesicht vor. Die Barmaid war etwas überrascht, als ich sie fragte, ob sie tatsächlich diejenige sei. Und das war dann der Auftakt eines umfangreichen Ausfluges in die Cocktailkarte 😉

Ich hatte bereits im Fragrances einen Mezcal Drink und hier folgte ein weiterer. Sehr viel schmackhafter und sinnlicher. Er erinnerte mich an den Drink in der Kantine Kohlmann. Kein Wunder, denn beide entsprangen der gleichen Schöpferin, wie ich erfuhr. Gereicht wurde hier selbstverständlich Wasser und das tolle Popcorn mit Dill. Ich stellte zudem fest, dass ich exakt vor einem Jahr und einem Monat das erste Mal hier war.

Es war nun an der Zeit die Spirituose zu wechseln. Die Karte beherbergt schöne Drinks, aber ich brauchte heute betreutes Trinken. Einen Flip hätte ich sicherlich nicht gewählt. Ich hatte allerdings schon Eiweiß im Fragrances, also wollte ich das Ei wieder komplettieren und trank den zweiten Flip meines Barlebens. Den Drink schmückte eine Praline, die sich nun mit der Pralinenbegleitung des Drinks im Fragrances wieder vereinigte. Was ein runder Abend im wahrsten Sinne des Wortes.

Nach dem Flip brauchte ich aber mal wieder was Solides. Neben ein paar Oliven und Crackern, die uns von der tollen Barmaid gereicht wurden, lud ich meine Batterien mit Faradai auf. Die Flasche hatte ich schon gesehen und dachte es handelt sich um einen neuen Gin. Nein, es ist ein Destillat aus Tee mit Extrakten einer lateinamerikanischen Urwaldkresse. Ich durfte pur kosten und das elektrische Prickeln auf der Zunge war echt abgefahren. Diese Zutat wurde als Negroni serviert und war durch den Tee auch noch echt belebend. Der Name des Drinks „ick brauch ne neue Batterie“ erfüllt sein Versprechen. Als weitere interessante Zutat lernte ich einen Rosenlikör kennen, der wirklich den Geschmack von Rosen getroffen hat. Hieran versuchte sich meine Begleitung und „der verlorene Schuh von Cinderella fand sich auf der Bar wieder“. Zum Abschluss des Mädelsabend und als Liebhaberinnen von Pflaumenmus gab es noch einen „Pflümli“.

Wir haben ein paar neue Zutaten kennengelernt, wir haben gelernt wie man aus einem Schuh trinkt und tolle Unterhaltungen über den Sinn des Daseins geführt. Meiner Begleitung gefiel es ausgesprochen gut, und ich glaube ich habe sie etwas mit meiner Leidenschaft infiziert. Mal schauen wie das weitergeht, ich habe zumindest eine begeisterte und standhafte „Trinkerin“ gefunden.

Kleine Gedankennotiz am Rand:

Ich habe meine neue Vorliebe für Frauen hinter der Bar vertiefen können. Mir scheint hier wird mehr an der Sache gearbeitet als an der Show. Einige Bartender/ Startender sind mittlerweile echt „drüber“ und auch die Qualität der Drinks sinkt damit leider.

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