Mystique

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Die Mystique Cocktailbar war das nächste Ziel auf meinem Barnomadentum. Bereits im Juni hatte mir der Barmanager vom Door 74 diese Bar empfohlen Das könnte daran liegen, dass der Besitzer der gleiche ist, oder daran, dass diese Bar eine ernst zu nehmende Bar ist.

Die Cocktailbar befindet sich im Keller, im Obergeschoss findet sich ein gut besuchtes Restaurant mit offener Küche. Die Theke ist lang, der Raum schmal und die Farben Schwarz und Gold dominieren. Am Ende lädt eine kleine Lounge zum Entspannen ein. Ein großes braunes Chesterfield Sofa und Sesseln umgeben von Backsteinwänden vermitteln Herrenclubatmosphäre. An der Bar finden 12 Hocker ihren Platz. Entlang der goldenen Wand sind kleine Tische mit weiteren Plätzen. Der Raum wirkt intim und dunkel, die Decke ist verspiegelt und schafft ein exklusives Ambiente. Die Spirituosen sind sehr ausgewählt und ich machte die Bekanntschaft mit neuen Marken. Die üblichen Bitterfläschchen sucht man vergebens, es befinden sich lediglich fünf Würzen im Barstock. Die Bartender sind adrett mit Hemd und Schürze gekleidet.

Leider war bei meiner Ankunft eine laute Geburtstagsparty im Gange. Zu meiner Erleichterung verschwanden diese jedoch bald darauf. Die Musik war sehr entspannt, ein bisschen Jazz, ein bisschen R&B, ein bisschen Vintage, auf jeden Fall sehr angenehm. Die Karte ist übersichtlich und nach Kontinenten sortiert. Wasser und Chips standen sofort bereit. Ich wählte einen Pisco Drink mit einem anderen Rum als in der Karte, den ich in einem Nosingglas zuvor verkosten durfte. Die Präsentation des Drinks war sehr gut. Der Creme de mure wurde in kleinen Einmachglas auf dem Drink plaziert, um diesen selbst zu würzen. Der Drink erreichte mich nicht, und hier griff nun der Bartender ein, der mich einmal, dann nochmal nach meiner Zufriedenheit fragte und mir dann mit „I don’t let you pay for a drink you don’t like“ den Drink wegnahm. Nach einem kurzen sehr professionellen Austausch mit dem jungen Bartender bekam ich eine tolle Negroni Variante. Später folgte ein wahnsinnig leckerer Mezcal Drink, abgerundet mit frischem schwarzen Pfeffer. Und da war es wieder, mein Hauptkriterium einer guten Bar und meines perfekten Abends. Der Bartender versteht den Gast, kümmert sich unaufdringlich und respektvoll um ihn, das Wasserglas ist niemals leer und am Ende ist man verzaubert. Außerdem hat mir sehr gut die Ordnung und Sauberkeit gefallen und die kleinen Holzkisten mit dem frischen Obst. Einen der Bartender konnte ich beim Geraderücken der Gläser beobachten. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Inhaber selbst handelte und ich lobte sein Barpersonal und zog weiter in seine andere Bar.

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