Neue Lieblingsbar in Frankfurt

Neue Lieblingsbar in Frankfurt

Ein Traum wird wahr und ich bin unter der Woche geschäftlich in Frankfurt (yeah Heimat). Endlich habe ich die Gelegenheit die neue Bar von René Soffner The Kinly zu besuchen, die viele neue Arten an Drinks zu bieten hat. Auch das Thema Punch findet sich hier mit einem eigenen Punch Table vertreten. Ich hatte schon einige Meinungen zu der Bar gehört und startete los auf eine eigene Entdeckungsreise.

EingangGespannt lief ich vom Bahnhof die Straße hoch und bog links ab ins Rotlichtmilieu der Stadt. Die Lage ist jetzt nicht wirklich so verlockend, aber ich fand den etwas versteckten Eingang neben dem Hotel Elbe zum Glück sofort. Eine dunkle Eingangstür mit Fensterchen und selbstverständlich einer Klingel. Es öffnete mir der Mitinhaber Armin A. die Tür und ich folgte ihm hinab in den Keller. Es erinnerte mich an einen Saloon, denn es hatte sich gleich beim Betreten ein Braunfilter über meine Linsen gelegt. Ein Kellergewölbe mit Backstein und wohldosierten Accessoires. Im hintersten Bereich befindet sich die Bar mit Regalen voller Spirituosen, einem auffälligen Eisblock auf dem Tresen und viele andere Sachen, die ich den ganzen Abend immer wieder entdeckte und bestaunte. In einer anderen Nische steht ein großer Holztisch mit einer riesigen Punchbowl. Ich war sofort begeistert und fragte viele Dinge, las die Karte, freute mich René wieder zu sehen. Er gehört nicht zu den offenen Bartendern, die einem sofort Sympathie entgegenbringen, aber auf jeden Fall zu den ganz Großen.

Ich startete mit einem „Mezcal Manhattan“, schön serviert in einer Cocktailschale aus Metall. Es finden sich sehr schöne Gläser, Schalen und Becher im Barbereich. Ich war einfach begeistert und die Gastgeberqualität von Armin war herausragend. Ich bekam eine kleine Kostprobe des „Kinly House Punch #1“ mit Rum, Vanille und Kardamom serviert. Äußerst schmackhaft. Ich hatte bereits von dem einzigen Barfood gelesen, einem Hot Dog mit einer Wurst vom Metzger des Vertrauens mit selbstgemachten Saucen, ummantelt von einer Brioche, welche extra für die Bar gebacken werden. Dieser Hot Dog war saulecker und passt wirklich gut in das unaufgeregte Ambiente. Danach folgte ich den Empfehlungen der Bartender. Ein „Negroni“, schön rund und genau richtig bitter, mit einem selbstgepickelten klaren Eiswürfel selbstverständlich. René machte mir einen hervorragenden Gute-Nacht-Drink und zauberte aus Rum, Sherry und Chocolate Bitters eine schöne Komposition dekoriert mit einer Blume und viel Feenstaub auf meinen Wunsch hin. Den goldenen Feenstaub gab es schon im Parlour auf meine Drinks, ein bisschen Mädchen darf manchmal doch sein. Abgerundet wurde der Abend mit ein paar Bourbon Shots, und dann war es auch schon kurz vor zwei. Die Zeit verging wie im Flug. Ich kann es im Nachhinein nur schwer beschreiben, aber diese Mischung aus Professionalität und Zurückhaltung der Bartender, den vielen schönen Dingen um mich herum hat mich sehr beeindruckt und begeistert. Was eine gelungene Bar!

In der Küche befinden sich übrigens viele Gerätschaften, wie Sous Vide Garer, Homogenisierer, Vakuum-Rotations-Verdampfer, die den Drinks den letzten Schliff geben. Ich durfte von einem Drink mit Spargelgeschmack kosten, was wirklich sehr interessant war. Die neue Karte kommt bald und ich sicherlich auch wieder.

Irgendwie spukte mir ja schon ein Besuch des Parlours im Kopf herum, aber so richtig entschlossen war ich erst, als ein anderer Gast verkündete weiter ins Parlour zu fahren. Für einen Donnerstag empfing mich dort eine große Menge an Gästen, die irgendwie unorganisiert wirkten. Meine Augen suchten auch vergebens nach meinen drei Helden 😉 und ich verlies die Bar ohne Drink gefühlt rückwärts. Enttäuschung machte sich breit. Auch wenn andere das Gegenteil behaupten (mögen), dann verlieren die Bars an Qualität, wenn deren „Seele“ nicht mehr da sind. Mittlerweile gehe ich auch in Berlin nicht mehr ins Buck & Breck, auch hier hatte ich schon enttäuschende Erlebnisse.

barhundertTapfer ging es aber weiter. In der Nähe befindet sich die barhundert,Kleiner Eindruck die als Szenebar auf den unteren Plätzen der von mir zu besuchenden Bars rangiert. Ein kleiner Martini wurde es dann aber doch noch. Nette Beleuchtung, lange Bar, netter Martini, wenig eindrucksvoll. Daher verlies ich nach einem kleinen Schnaps und Bier in einer Frankfurter Kneipe die Innenstadt Richtung Hotel. Es war mittlerweile auch reichlich spät und der Alkoholpegel entsprechend des Konsums dieser Nacht.

 

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