Per Anhalter durch die Galaxis

Per Anhalter durch die Galaxis

Weiter geht es mit dem nächtlichen Programm. Der Tag war anstrengend, aber es stehen noch ein paar Bars auf der Liste. Das Ziel ist zunächst The Clumsies, aber da ist es mir definitiv zu voll. Ich ziehe weiter Richtung Bar 42, die Bar mit der Antwort auf alle Fragen. Ich hatte schon eine Ahnung bei dem Namen der Bar und ich fand mich bestätigt. Das Buch stand auf der Bar und einiges wirres Zeug in den Regalen. Die Bar an sich ist eine klassische holzvertäfelte Bar, wo man einen Klavierspieler vermuten könnte. Die kunterbunte Karte und der Bezug zum Buch splittert aber das ganze Ambiente auf. Der Bartender auf Anhieb sympathisch mit ein paar lustigen Antworten. Ich folgte dem Rat der Karte, wenn man nichts findet den Bartender anzusprechen. Er fragte mich, ob ich lieber Berge oder das Meer mag und ob ich den Sommer oder den Winter bevorzuge. Ich wählte Sonne und Herbst, und bekam Rum, Portwein, selbstgemachten Ingwersirup mit etwas Limette. Hatte ich tagsüber die klassischen Gläser, folgten nun die fancy Varianten. Es gab wieder ein üppiges Glas Wasser zum Drink, Deko, Röhrchen und Knabbereien. Ich unterhielt mich mit dem Bartender und beobachtete ihn bei der Zubereitung von heißer Schokolade in großen Tassen getoppt mit Orangenabrieb und Kaffee. Mir gefällt es sehr gut, dass hier jede Bar auch eine hochwertige Kaffeemaschine hat und die ganze Nacht ebenso professionell die Kaffees zubereitet wie die Drinks selbst.

Es ging weiter mit dem „Ultima Forsan“, einer Bloody Mary Abwandlung mit Kimchi und Erdbeeren. Der Drink kam in einem riesigen Pott und Kreide zum verzieren desselbigen. Wirklich lustig und unterhaltsam. Bartender sollten sich nicht immer zu ernst und wichtig nehmen, das ist hier auch ein Motto und gefällt mir sehr gut.

Dem geübten Leser ist bestimmt auch aufgefallen, dass ich hier von meinen klassischen Trinkgewohnheiten etwas abweiche. Aber wer will schon jeden Tag Falafel, Pitta und Souvlaki essen? Daher fragte ich den Bartender, der laut T-Shirt übrigens Marvin heißt und früher im Baba Au Rum gearbeitet hatte, nach einem guten Restaurant. Hatte ich es doch tatsächlich gestern geschafft den schlechtesten Burger der Stadt zu essen, laut Marvin sogar den schlechtesten der Welt. Dafür schenkte er mir aber ein Exemplar der neuen Karte.

Auf der Karte fiel mir übrigens die Zutat Mastiha auf. Ich vermutete schon eine Spirituose dahinter und tatsächlich ein Destillat aus Baumharz. Ich bekam eine Kostprobe und es war süß, erfrischend durch eine „menthole“ Note und kaum nach Alkohol schmeckend. Die Mastix Bäume gibt es wohl nur in Griechenland und die Ernte des Harzes ist sehr aufwendig. Nach der Destillation wird noch etwas Zucker hinzugefügt, der Alkoholgehalt liegt so bei 30% vol. Soweit die Informationen, wie ich sie verstanden habe und ohne weitere Recherche.

Nach dem würzigen Tomatensaftdrink bekam ich richtigen Hunger und machte mich auf zur Empfehlung. Athen ist wirklich einfach zu erlaufen und nach ein paar Minuten saß ich wieder auf einem Barhocker in einem kleinen Restaurant und löffelte eine Suppe und danach einen riesigen Linsensalat, um mal wieder etwas Eiweiß zu mir zu nehmen. Kulinarisch war das sehr gut, aber ich wurde unglaublich müde. So führte mich mein Weg vorbei am Baba Au Rum direkt ins Hotelzimmer, wo mich nur kurz ausruhen wollte. Während ich schlief befand sich in meiner Nachbarschaft Alex Kratena.

Frage:         Wie konnte mir so was nur passieren?
Antwort:     42!

 

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