Restaurant und Bar … und ganz viel Mezcal

Restaurant und Bar … und ganz viel Mezcal

Endlich habe ich es geschafft in die Kantine Kohlmann zu gehen. Mir gefällt das Konzept, zuerst in einem Restaurant gepflegt zu essen, und danach in eine sich anschließende Bar zu gehen, äußerst gut. In Athen ist mir das sehr häufig begegnet und mit guter Gesellschaft, oder überhaupt in Gesellschaft, verspricht das ein schöner runder Abend zu werden. Das Konzept Restaurant & Bar an sich ist mir in deutschen Städten noch nicht so häufig begegnet. Gutes Barfood finde ich auch schon herrlich, aber die räumliche Trennung von Essen & Trinken bietet eher eine ganzheitliche Abendunterhaltung. Und auch eine Abwechslung zu meinem geliebten „eremitischen Trinken“.

Nun gut, ich wartete auf meine Begleitung und linste schon auf die Cocktailkarte im Aushang. Die Drinks lasen sich nach viel Eigenkreation und der Blick durch das Fenster offenbarte hier eine Vorliebe für Tequila und Mezcal. Bar und Restaurant haben getrennte Eingänge, sind allerdings innen miteinander verbunden. Wir betraten aber zunächst das Restaurant. Ein mittelgroßer Raum mit offener Küche, irgendwie Retro 70er Jahre mit industriellem Schick und gleichzeitig auch eine spanische Tapasbar mit den ganzen Fliesen an Wänden und Küchenbereich. Es gibt viel zu betrachten, wirkt aber im Gesamten sehr harmonisch. Die Speisekarte verspricht solide deutsche Küche. Ich kombinierte ein paar Happen (Vorspeisen) und ein riesiges Dessert. Alles hübsch serviert und lecker. Der Service war super aufmerksam und sehr nett. Ich hatte mir ein bisschen mehr Geschmacksexplosion versprochen, aber da bin ich zu sehr verwöhnt von der Küche Thomas Imbuschs.

Langsam wurde ich etwas unruhig, da in der Bar eine große Hochzeitsgesellschaft tobte. Ich wollte doch unbedingt an der Bar sitzen. Zum Glück konzentrierte sich der feiernde Mob auf den Nebenraum und wir nahmen direkt an der Bar Platz. Das angenehme Sitzgefühl und der optimal Abstand zwischen Sitzhöhe und „Tresenplatte“ fielen mir sofort auf. Der Raum ist dezent beleuchtet, man kann durch die beiden großen Fenster nach draußen sehen und entspannen. Das gut sortierte und ausgewählte Rückbuffet hatte ich bereits von der Straße betrachtet und freute mich auf Agavendrinks. Ich hatte von der Karte den „Tequila Old Fashioned“ im Sinn. Der Bartender wirkte locker und lässig, und kompetent. Als ich meine Bestellung äußerte schlug er mir eine Mezcal Sour Variante vor, die mit selbstgekochten Paprikasirup gesüßt war und einen Salzrand hatte. Damit meinte ich einen Rand aus Salz und gemahlenen Agavenlarven! Das Salz an sich bekam ich zum Probieren und auch eine Kostprobe des delikaten Amores Mezcal. Ob man jetzt speziell Agavenlarvensalz braucht … zumindest ist es lustig und passend. Stolz erzählte der Bartender von den hausgemachten Zutaten, was ein Vorteil der benachbarten Restaurantküche ist, und seinem technischen Equipment. Der Startender-Allüren überdrüssig freut mich die wahre Leidenschaft an den Spirituosen und an der Meinung des Gastes. Meinen Drink justierte er nochmals nach, da ich nach dem Dessert im Restaurant die Süße im Drink zu dominant fand. Der Mezcal an sich hatte eine sehr angenehme Rauchigkeit. Eine leckere Limonade für mich­ also 😉 Es folgte dann der „Tequila Old Fashioned“ von der Karte mit dem Espuma. Ich trank also heute etwas experimenteller und süßer als gewöhnlich.

Der Abend war noch früh und wir konnten nicht widerstehen noch ins Immertreu zu pilgern. Auf der Straße sprangen wir in ein Taxi und fuhren gen Prenzlauer Berg. Die dunkle Tür verschluckte mich und spukte mich erst kurz nach drei wieder aus. Hier gibt es immer gute Drinks und Champagner inklusive ruhigem und verständigem Trinken. Der „Bobby Burns“ mit Mezcal und hellgelben Cocchi Wermut reihte sich perfekt in meine Getränkefolge des Abends, die mit einem schönen Glas Champagner ein spätes Ende fand. Meine Begleitung verlies mich zeitig und überlies mich der Gesellschaft weiterer Gäste. Die Nächte im Immertreu sind immer ereignisreich und interessant. Ricardo ist aber auch ein herausragender Gastgeber.

Ich durfte eine leere Magnumflasche Champagner mitnehmen, um endlich die olle Gallianoflasche, die mir bisher als Toilettenpapierhalter diente, auszutauschen. Die Gallianoflasche ist noch voll, aber wozu benutzt man das??? Wann habe ich mal einen „Harvey Wallbanger“ getrunken? 19 …

Als Sozius auf einer Vespa ging es durch die kühle Nachtluft nach Hause, gewärmt von Speis & Trank.

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