Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Es ist fast auf den Tag zwei Monate her, dass ich in Athen war. Falls sich jemand fragt, was ich hier ständig mache,

 Ich kann nur sagen, Athen ist im moment the place to be!

Hier passiert so richtig viel und die Barprominenz tummelt sich hier auch. Demnach ein Eldorado für einen Barstalker. Prompt lese ich bei der Ankunft am Flughafen, dass Remy Savage aus dem Little Red Door in Paris am Abend eine Gastschicht im Baba Au Rum haben wird. Ausgleichende Gerechtigkeit nennt man das. Ich war etwas traurig, dass ich die Gastschicht Alex Kratenas in Hamburg nicht besuchen konnte, aber damit war ich jetzt auf jeden Fall getröstet. Remy Savage wurde 2014 als der World’s Most Imaginative Bartender ausgezeichnet. Er kreierte im Zuge eines Wettbewerbs von Bombay Sapphire einen Sirup mit dem Geschmack von alten Papier.

Die Steigerung zur ersten Unterkunft im Hotel und der zweiten in einem Airbnb Apartment ist nun eine private Unterkunft mit Familienanschluss (nächste Steigerung wäre dann eine eigene Wohnung mieten). Die Gastfreundschaft der Griechen bleibt unübertroffen. Mein erster Besuch galt natürlich dem Baba Au Rum. Ausgestattet vom Rum Depot übergab ich Tante Hildes Strawberry Rum und den Vintage Vin de Noix von Nicolas Kröger, von mir gab es eine schöne Flasche New Grove. Die Freude war groß und der Besitzer des Baba Au Rum stellte mich auch gleich Remy Savage persönlich vor. Dieser erklärte mir die neue Karte des Little Red Doors. Die Karte ist ein Bilderbuch mit Laschen zum Rausziehen an den Seiten. Man sucht sich ein Bild heraus, welches einen am meisten anspricht und kann dann auf der Lasche lesen, welche Zutaten in dem entsprechenden Getränk zu finden sind. Entstanden ist das ganze so, die Drinks wurden Künstlern kredenzt und diese haben ihre Geschmackserlebnisse dann gemalt. Davon hatte Remy vier Drinks mitgebracht und ich wählte als erstes Bild spontan den Frauenkopf aus. Serviert wurde der Drink im Kopf einer etwas ernst blickenden Dame. Er arbeitet mit vielen Aromen, die Spirituose erscheint dabei eher nebensächlich. Ich fragte ihn nach seiner Lieblingsspirituose und fand mich in seiner Antwort bestätigt. Es geht eher in Richtung Absinth und Wermut. Absinth war auch in dem Bild meiner Wahl, unterstützt von Sherry, Banane und Zitrone. Erfrischendes und sehr leichtes Getränk mit seinem eigenen Charakter. Das nächste Bild, das mich ansprach basierte auf Tequila und erhielt durch den Einsatz von Verjus eine tolle Säure. Diese Drink fand ich ausgezeichnet.

Remy warf den Drink und ich musste spontan an die Zubereitung der Chais in Indien denken. Er „zog“ die Flüssigkeit von hoch oben nach unten, was viel Luft hinein brachte. Die restlichen Drinks wurden hart geschüttelt. Interessanterweise veränderte sich sein stets lächelndes Gesicht in ein konzentriertes und kritisches bei der Zubereitung der Drinks. Das war ein spannendes Schauspiel, welches ich gefesselt beobachtete. Die Schürze mit den kleinen Vögelchen hatte es mir bereits zu Anfang angetan.

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Nach einer Weile ging es weiter in die Bar The Gin Joint. Die Juniper Familie von Nicolas Kröger suchte eine neues zu Hause im Ausland und ich brachte beide, den H.G.S.B. Gin und den Pure Juniper dort unter. Ich bekam meinen Pass für die Premium Juniper Meetings, die mit Martin Miller’s, Thomas Henry Tonic, ein bisschen Pfeffer und Karotte starteten. Zehn Wochen lang wird jede Woche ein anderer Premium Gin mit einem passenden Tonic serviert. Für jeden G&T gibt es dann einen Stempel. Die ersten beiden Wochen werde ich schaffen. Die Idee gefällt mir sehr gut. Überhaupt die ganze Bar und das Team sind toll. Die Bar ist klein, hat eine tolle Atmosphäre und man bekommt ausgezeichnete Drinks. Aus den Zapfhähnen fließen Negronis, Martinis und eiskalter Gin. Hier ist die Juniper Familie bestens aufgehoben.

Nach diesem kurzen Ausflug ging es wieder zurück ins Baba au Rum, wo mein erster Tag in Athen endete. Die anmutigste Shaketechnik, die ich bisher gesehen habe, hat Thanos. Es scheint wie ein Tanz, die Schultern bewegen sich im Shakerhythmus und er läuft dabei vor uns zurück. Wer es bisher noch wusste, Baba au Rum ist meine Lieblingsbar 🙂

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