Sonntagsausflug nach Neukölln

Sonntagsausflug nach Neukölln

Nachdem ich ein paar ältere Berichte nochmal gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich es immer noch nicht in das Tier geschafft habe. Ein Konzert im Heimathafen führte mich diesen Sonntag nach Neukölln. Es gibt zahlreiche interessante Fastfoodläden und so startete ich meinen Ausflug mit einem koreanischen Essen, welches einem die Kälte aus den Knochen trieb. Danach spazierte ich durch die Sternennacht gen Heimathafen, um dem schönen Gesang von Tina Dico zu lauschen. Das Konzert war ergreifend. Die Songs handeln oft von Erlebnissen in Bars. Inspiriert, ein wenig verzaubert und wehmütig machte ich mich auf den Weg ins Tier. Neukölln bei Nacht ist nicht gerade ein nettes Pflaster. Schnell schlüpfte ich in die Bar. Diese war gut gefüllt und rauchig. Auch die Jungs hinter der Bar rauchten. Erster Eindruck war etwas schmuddelig, aber das könnte auch das Konzept sein, denn die Blumen auf der Bar waren frisch. Ich setzte mich an die Ecke der Bar, so dass ich den direkten Blick auf die Spirituosen hatte. Hinter mir Stühle und Sessel zum gemeinschaftlichen Sitzen. „Die nette Kneipe ums Eck“ kam mir da in den Sinn, oder wer kommt schon freiwillig nach Neukölln. Die Karte las sich sehr gut und ich schwanke zwischen dem „Vieux Carre“, „J.D. Salinger“ und einem „Remember the Maine“.

Geplant war ein ruhiger Barabend ohne viel Reden und ich bestellte den „Vieux Carré“ ohne viel Schnickschnack und Anpassungen. Ich trank bis zur Hälfte und dann fragte ich nach einer Empfehlung. Die gefiel mir allerdings nicht so gut, aber er holte seinen Kollegen. Dieser entpupptHospitalitye sich als wahrer Gastgeber und plötzlich sah die Bar auch viel schöner aus. Da wäre ich bei dem Thema, was macht eine gute Bar aus. Einrichtung und Atmosphäre, Rückbuffet und Spirituosen, Karte, Wasser, Outfit des Personals etc. Klarer Gewinner ist die Gastfreundschaft und die empathischen Fähigkeiten des Barpersonals. Beim nächsten Drink blieb ich beim Rye und wählte anhand des Bitters den weiteren Drinks aus. Orinoco Bitters mag ich sehr gerne. Am Ende hatte ich zwei weitere schmackhafte Eigenkreationen des Bartenders, die ich restlos leerte, und leider auch einen gepflegten Schwindel. Die Bar spuckte mich zu Feierabend, ich wollte eigentlich gar nicht so lange bleiben und auch nicht so viel erzählen, wieder auf die ungastlichen Straßen Neuköllns. Zum Glück gibt es auch hier Taxis 🙂

Der Ausflug nach Neukölln hat sich auf jeden Fall gelohnt. Lecker gegessen, tolle musikalische Unterhaltung und eine weitere neue Bar kennengelernt.

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