Summer in the city

Summer in the city

Die Innenstadt war wie ausgestorben, ein heißer Sommertag und ich machte mich auf, die goldene Bar zu besuchen. Ich hatte die gestrige Barnacht erstaunlich gut weg gesteckt. Die Bar ist im Haus der Kunst im Englischen Garten gelegen. Die Terrasse war brechend voll und die Bar innen geschlossen. Bei diesen Temperaturen wollen die Leute lieber draußen sitzen, erfrischende Cocktails und Bier schlürfen. Ich beschloss mir eine andere Bar anzuschauen, was an diesem heissen Sonntag schwierig war. Da fiel mir die Pusser’s Bar ein. Die älteste Bar Deutschlands und eine klassische amerikanische Bar. Früher hieß die Bar „Harry’s New York Bar“ und da kamen schon die enttäuschenden Erinnerungen an Paris hoch. Allerdings haben hier vor vielen vielen Jahren Herr Schumann,Herr Altenberger und einige weitere große Kollegen ihr Handwerk gelernt. Es ist ein Familienbetrieb und sehr traditionell. Berühmt berüchtigt ist die Bar für den Painkiller, einem Rumcocktail serviert in einem Blechbecher.

Ich setzte mich an die Bar und schaute mich um. Es erinnert an einen englischen Pub mit viel Seefahrertradition. Die Wände sind mit dunklem Holz vertäfelt, es hängt ein karibisches Boot in der Luft und man findet sehr viel Rum und eine ansehnliche Sammlung an Whisk(e)ys. Vom Interieur eigentlich nicht mein Fall, aber das Ambiente ist trotzdem sehr angenehm. Der Bartender ist sehr aufmerksam und ich berichtete von meiner letzten Nacht. Darauf empfahl er mir etwas Erfrischendes und ich startete mit dem dem ältesten Cocktail, dem Grog. Rum, Zitrone, Zucker und Soda und wie der Painkiller serviert im Pusser’s Becher. Der Zucker und Alkohol ging direkt in meine Blutbahn und ich wurde hellwach. Ich unterhielt mich mit dem Bartender und bekam überraschenderweise drei Nosinggläser vorgesetzt. Er nahm mich mit auf einen Pusser’s Rum Flight. Drei verschiedene Rumsorten, sehr lecker und geschmacklich interessant. Zwischenzeitlich kam der Besitzer David Deck, dessen Vater Bill die Bar bereits 1974 eröffnet hatte, und wir kamen ins Gespräch. Ich erfuhr viel über die Münchner Barszene, und David ist ein wirklich spannender Typ mit Prinzipien. Außerdem teilt er meine „perverse“ Liebe zu Foie Gras Burgern. In der Bar wird angeblich das beste Chili con carne nach Bill’s Geheimrezept serviert. Nach einem letzten Cocktail beschloss ich, den Abend etwas früher enden zu lassen und sagte „auf Wiedersehen“. Selbstverständlich werde ich das Chili probieren und der Bartender wollte mich ohne Painkiller nicht nach Hause fahren lassen.

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