The Clumsies Pop Up Bar – First Stop Mexico “Palmitas”

The Clumsies Pop Up Bar – First Stop Mexico “Palmitas”

Ich startete meine Bartour mit der Pop Up Bar Palmitas, ein Barprojekt von The Clumsies, welches nach einem halben Jahr am nächsten Wochenende schließt. Das ist außerdem die erste Pop Up Bar in Griechenland überhaupt. Mir hatte der Bartender aus dem Clumsies das letzte Mal erzählt, dass er dort arbeitet. Also machte ich mich auf den Weg zu einem großen Gebäudekomplex, in dessen vierter Etage die Bar thront. Selten habe ich einen Aufzug benutzt, um in eine Bar zu gelangen, aber es fühlt sich zumindest mal wichtig und speziell an.

Als ich die Bar betrat befand ich mich in einem riesigen Raum und auch irgendwie in den Slums von Mexiko. Allerdings eher dekadente Slums. Die große Halle ist unterteilt in verschiedene Bereiche. Es gibt einen Barber Shop, einen kleinen Tattoo Shop, die Küche, eine Wand mit mexikanischer Wandbemalung und komfortablen Sesseln. In der Mitte befinden sich Holztische und direkt am Kopfende die lange Bar mit 4-5 Mixstationen. Ich setzte mich direkt an die Mixstation des Bartenders aus dem Clumsie. Für griechische Verhältnisse war ich früh unterwegs, so dass es sich erst gegen später richtig füllte. Somit hatte ich ausreichend Ruhe die Bar zu betrachten. Für eine Pop Up ist hier alles perfekt durchgestylt, nichts erscheint zufällig oder improvisiert. Man fühlt sich wirklich wie in einer heißen Nacht in Mexiko unterstützt durch die lauten lateinamerikanischen Klänge, die im Übrigen durch Livegesang unterstützt wurden. Ich wunderte mich nämlich über einen Mann, der mitzusingen schien und merkte dann aber bald, dass es seine Stimme war, die durch den Raum hallte. Hätte ich nicht direkt auf die Akropolis von meinem Platz aus gestarrt, ich hätte auch irgendwo in Mexiko in einer Bar sein können. Selbstverständlich liegt der Fokus der Getränke und Speisen auch dort. Bisher hatte ich noch keine Grundlage für den kommenden Abend geschaffen und startete mit einer Quesadilla. Dazu wählte ich erst einmal ein leichteres Getränk, nämlich eine „Paloma“. Das ist quasi der mexikanische Gin & Tonic, ein Gemisch aus Tequila, Salz, Limettensaft und Grapefruit Limonade. Eigentlich ein ganz leckeres Getränk, dem ich noch nicht besonders viel Aufmerksamkeit gezollt habe. Die Mischung aus Salzigkeit und Säure war fein und der Geschmack des Tequilas war präsent. Ach ja, so kann man seinen Urlaub starten. Ich beobachtete das Treiben, plauderte mit den Bartendern, aß mein solides mexikanisches Essen, serviert auf Blechtellern, und machte nebenbei Notizen. Die Organisation hinter der Bar ist beachtlich. Hier werden die Getränke professionell „rausgehauen“, auch wenn ich das Floaten einiger Drinks mit Blue Curacao jetzt nicht so schick fand, aber das ist hier auch keine klassische Bar.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die Schürzen, die sind bunt mit Blumen und Totenköpfen, und werden mit einem Seil im Rücken gebunden. Ich liebe es ja sowieso, wenn die Bartender einheitlich gekleidet sind. Die Barjacken im Schumann’s sind Kult, die Barjacken im Beckett’s Kopf elegant, aber Schürzen haben es mir auch angetan, egal ob aus Leder oder Jeans, ob symmetrisch oder asymmetrisch geschnitten (gibt es auch im Baba Au Rum). Das erste Mal gesehen habe ich Schürzen an Baristas übrigens.

Nach dem Essen bekam ich als Dessert einen Mezcal „Real Minero Barril“ mit knapp 50 Vol.-%. Der brannte etwas, hatte eine leichte Schärfe, aber auch eine angenehme Süße und natürlich den typischen „Gammelgeschmack“ von Mezcal. Es folgte ein „Mezcaloni“. Irgendwie trinke ich in letzter Zeit oft Negroni Varianten, weil sich irgendwie der Gedanke bei mir festgesetzt hat, dass dies kein starker Drink sei. Zwischenzeitlich hatte sich die Bar gefüllt, die Musik wurde lauter, die Getränkezubereitung langweiliger und ich wollte auch dringend ins Baba Au Rum weiter. Ich bezahlte wesentlich weniger als ich konsumiert hatte und fuhr mit dem Aufzug wieder hinunter ins griechische Nachtleben. Leider ist das Bildmaterial nicht so gut, da es ziemlich dunkel war. Meine Schlussfolgerung für diesen Abend:

 Ich finde Pop up Bars super. Ich liebe Schürzen in allen Variationen. Der Rest bleibt der Fantasie überlassen.

Akropolis am HorizontLeicht betüddelt machte ich mich auf den Weg ins Baba Au Rum. Ich liebe es bei Nacht durch Athen zu spazieren. Die Akropolis bildet den Fixstern am Horizont und hat was beruhigend Magisches.

Es ist Fasching in Athen und die Straßen sind sehr viel voller und bunter als im Dezember. Ich schlängelte mich durch das Gewühl und wich auf ein paar kleinere Gassen aus. Das ist nicht ganz ungefährlich bei meinem Orientierungssinn, aber ich fand meinen Weg. Vor dem Baba Au Rum war es voll, drinnen auch. Am Ende der Bar fand ich einen Platz und freute mich über die bekannten Gesichter. Herzlich wurde ich empfangen und mit Getränken versorgt.

Nun, meine Begeisterung ist ungetrübt. So perfekt manche Bars geplant sind, hier findet man Perfektion mit ganz viel Herz. In den Vitrinen findet man Auszeichnungen und viele Bücher. Bis 4 Uhr beobachte ich das bunte Treiben, genoss meine Drinks und die Unterhaltungen. Langsam leerte sich die Bar und die letzten beiden „Gäste“ wurden eingelassen. Die Gastfreundschaft hier kennt keine Grenzen :). Hundemüde war auch ich und suchte mir meinen Weg zurück ins Appartement.

Die letzten Gäste sind auch hundemüde

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