Trinken gegen Heiserkeit

Trinken gegen Heiserkeit

… oder was passiert, wenn das Immertreu geschlossen hat. Ich hatte Besuch, und wir planten trotz meiner Heiserkeit einen Ausflug in die Barwelt.

Bar ZentralDas Warm-up startete in der Bar Zentral, die bereits ihre Türen um 17 Uhr öffnet. Ein schmackhafter, torfiger Drink vertrieb die Arbeitsgeister und stimmte auf das Wochenende ein. Zur Abwechslung blieb es auch tatsächlich nur bei einem Drink, da wir hungrig waren und eine Grundlage für den Abend schaffen mussten. Der Drink war toll, der Service super, und ich mag diese Bar immer mehr.

Weiter ging es Richtung Mitte zur Schnitzelbude, dem neuen Laden von SchnitzelbudeDavid Wiedemann aus der Reingold Bar, in welche ich es bisher noch nicht geschafft hatte, was sich aber im weiteren Verlauf des Abends änderte. Aber erst einmal Schnitzel mit Beilagen und Bier, was sehr lecker war. Der Service war sehr nett und das Ambiente rustikal, eben passend zum Schnitzel. Eine nette Abwechslung auf der Oranienburger Straße. „Craft Beer, Schnaps & Liebe“ trifft es ganz gut. Update: Mittlerweile geschlossen.

Beim Aussteigen aus der U-Bahn fiel mein Blick auf das Schild der Gin & Tonic Bar. Hierher hatte ich es bisher auch noch nicht geschafft und so beschlossen wir nach der Stärkung einen G&T zu uns zu nehmen. Am Ende des Hinterhofes lächelten uns schon diverse Ginflaschen hinter dem schwarzen Vorhang des Eingangs zu. Die Bar war schon sehr gut gefüllt, aber schon bald waren Plätze an der Bar frei. Ein kleines grünes Wohnzimmer mit einer großen Gin Auswahl. Der Bartender erschien etwas genervt und distanziert, aber als ich ihm meinen Lieblingsgin nannte, da huschte ein wohlwollendes Lächeln über sein Gesicht. Er empfahl mir einen englischen Gin, nicht so viel Wacholder (wie ich es eigentlich nicht mag) aber trotzdem sehr elegant. Es war ein Ford’s Gin. Ich erfuhr allerdings auch, dass die Bar im nächsten Jahr dort nicht mehr zu finden sei, sondern umzieht. Konkrete Aussagen gab es allerdings nicht. Es blieb wieder bei einem Drink, da es doch etwas lauter und voller wurde, was natürlich für einen Freitag auch verständlich ist.

Weiter ging es Richtung Torstraße und Richtung Reingold Bar. Auch hier war ich noch nicht. Es gibt eine Klingel, was ja schon mal vielversprechend ist. Wir mussten kurz warten, da es sehr voll war. Nachdem die Jacken verstaut waren, ging es in den großen Barraum mit einer sehr langen Bar. Die Flaschen finden sich dahinter aufgereiht und es gibt eine Menge Bartender, ordentlich mit Fliege und Hosenträgern im Stil der 20er Jahre gekleidet. Der erste Eindruck war ganz gut, eine volle Bar mit DJ und eine schöne Karte mit Klassikern. Ich bestellte einen Sazerac und fragte nach dem Rye. Normalerweise wird der Jim Beam Rye benutzt und ich bat um eine Empfehlung für einen anderen Whiskey. Mir wurden ein paar Flaschen präsentiert, danach wurde der Drink nach Rezept zusammengerührt. Der Bartender schmeckte nicht ab, und servierte. Uns fiel auf, dass keiner der Bartender die Drinks probierten. Da ging es wie am Fließband, ohne sichtliche Leidenschaft. Ich trank drei Schluck und war erschlagen von der Kombination. Der Martinez war auch daneben. Technisch sah das ja ganz gut aus, aber die Ergebnisse waren echt enttäuschend. Beim Bezahlen konnte ich mir nicht verkneifen nachzufragen, warum er den Drink nicht probiert hatte. Wie schon vermutet wird hier nach Rezept gearbeitet und da ist probieren nicht notwendig. Aha, ich hatte mir unter der Reingold Bar dann doch etwas anderes vorgestellt. Zu den Drinks gab es auch kein Wasser. So flüchteten wir ziemlich schnell wieder nach draußen.

Eigentlich gehe ich ja nicht mehr so gerne ins Buck & Breck, aber da ich schon mal in der Gegend war, klingelten wir an der Tür. Zu meiner Freude machte Goncalo die Tür auf und nach ein paar Minuten bekamen wir einen Platz an der Bar. Die Bar hat sich zwischenzeitlich vergrößert. Es gibt einen weiteren Raum mit plüschigen Sitzgelegenheiten. Dadurch hat sich die Atmosphäre der Bar für mich geändert. Die Intimität, die ich so gerne mochte, ist nicht mehr da. Wir beobachteten das Treiben und nach einem „Sidecar“ zogen wir auch wieder weiter.

An diesem Abend hat ein Barbesuch den nächsten gejagt, und uns war nach Ruhe und Genuss. Unweit ist Becketts Kopf zu finden, perfekte Drinks in zuverlässiger Qualität, das klang nach einen guten Abschluss. Hier öffnete zu meiner noch größeren Freude Herr Ebert selbst die Tür und hinter der Bar erblickte ich schon die Bartender meines Vertrauens. Es waren Plätze an der Bar frei und die Reise konnte beginnen. Nach den letzten Drinks des Abends vertraute ich in die Künste des Teams des Becketts Kopf. Es folgten drei wunderbare Geschmackserlebnisse auf einem ganz anderen Niveau. Einmal tief durchgeatmet und ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt.. vor einem Jahr saß ich da und überlegte, ob ich nach Berlin ziehen soll. Tja, und hier sitze ich nun 🙂 , ziemlich angeschlagen nach dem ganzen Alkohol übrigens.

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