Unbunt in Stuttgart unterwegs

Nach langer Stuttgart Abstinenz packt es mich doch mal wieder. Ich blätterte morgens den neuen Mixology Barguide durch und beschloss die Schwarz Weiß Bar zu erkunden.

Hoppla, da findet sich ja mittlerweile auch ein Eintrag über die Conditorei im Barguide. Es war einmal vor langer Zeit, da habe ich dort gearbeitet und die Liebe zu den Cocktails entdeckt. Eine gute Adresse für Whiskys war damals Die Bar, in welcher ich auch das Herrengedeck kennenlernte. Das Ciba Mato war eine gute Adresse nach der Arbeit, aber für meinen Geschmack immer zu „loungig“, zu groß und zu hip. Genug der Nostalgie und auf in die Stuttgarter Nachtwelt.

Ich liebe die kleine Bars mit Musik im Hintergrund, erstklassigen Gastgebern und spannenden Drink. Leider muss ich zugeben, dass ich da auch immer pingeliger und wählerischer werde. Der Zauber der Atmosphäre muss mich packen. Unvergessliche Stunden, das ist das Versprechen der Bar. Mich selbst zu zelebrieren ist mein Vergnügen 🙂

Mein OutfitPassend gekleidet Passend in schwarz-weiß gekleidet betrat ich die Bar. Schade, keine Klingel. Die kleine Bar war bereits gefüllt, ich fand aber einen Platz direkt hinter der Eiswanne mit schönem Licht und guten Blick auf die Jungs hinter dem Tresen. Der Raum ist klein und ich vermisse ein schwarz weißes eher klassisches Ambiente. Die klobige Holzbar erinnert noch an die alte Kneipe, die hier mal war, und der Funke springt nicht gleich über. Die Unterhaltungen im Raum überdeckten die dezente Jazzmusik. Der Name Knut Scheibelt verspricht schon einiges, doch leider ist er an diesem Abend nicht da. Die beiden Bartender tragen leider auch kein klassisches Baroutfit, beeindruckten mich aber mit ihrer Gastfreundlichkeit und schafften es mir einen schönen Abend zu bereiten.

Ich startete mit einer Rye Sour Variante, die mich mit ihrer Süße und Fruchtigkeit „überraschte“. Beim zweiten Schluck musste ich dann doch leider zugeben, dass ich den Cocktail nicht trinken kann. Es folgte ein klassischer Brooklyn und langsam fing ich an mich zu entspannen. Die Bar füllte sich, es gibt 10 Plätze direkt an der Bar, der Rest steht in zweiter Reihe, so dass hier ungefähr 30 Leute Platz finden. Neben mir fand ein sehr sympathischer Gastrom seinen Platz, der meine Aufmerksamkeit aufgrund seiner Bestellung, einem Rob Roy, auf sich zog. Es gesellte sich noch ein bekanntes Gesicht vom Rumfestival dazu und der Abend wurde unterhaltend. Nach einer schweren Erkältung mit viel Antibiotika und keinem Alkohol gelüstete mir nach einem Mezcal Drink. Der Bartender Jonas servierte mir einen wunderbaren Sazerac mit Mezcal, Feigensirup, Quittenbrand, Peychaud und Grapefruit Bitters in einem riesigen absinthbesprühten Cognac Schwenker. Sehr lecker, ein bisschen süßlich am Anfang, aber dann schlug der Mezcal zu. Wie auch der gesamte Alkohol 🙂

Ich bekam noch einen tollen Gute Nacht Gin, keinen gewöhnlichen, sondern einen schottischen Gin, den Alambic’s Special Scottish Gin, 16 Jahre, Finish 12 Monate in Ex Caribbean Rum Fässern mit stattlichen 62 Vol. % und limitiert auf 230 Flaschen. Der war extrem lecker und ich war so hin und weg, dass mir leider erst am Bahnhof auffiel, dass meine Tasche noch brav am Barhocker hing. Die Nacht wurde dann doch etwas länger als geplant, aber ich fand meinen Weg mit Sack und Pack nach Hause.

Das war ein sehr bunter und erlebnisreicher Abend und hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich am Anfang etwas enttäuscht war.

Die Bar Bergmann ist leider mittlerweile geschlossen. Die Neueröffnung wohl in Planung.

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