Unterirdisch geht es weiter in Prag

… leider wörtlich gemeint.

Tschechen lieben Kellergewölbe und auch diese Bar befindet sich in einem Keller. Die Homepage klingt vielversprechend. Die Black Angel’s Bar wurde mehrfach ausgezeichnet als eine der besten Bars der Welt, als beste Hotelbar in Tschechien und letztes Jahr als eine der besten Hotelbars weltweit. Demnach also eine perfekte Bar für einen Besuch.

Der angekündigte 30er Jahre Stil entspricht nicht ganz meinen Vorstellungen. Ein verwinkelter Gewölbekeller aus Sandstein beherbergt zwei Bars und es stehen viele Sachen rum. Leider war kein Platz mehr direkt an der Bar, aber im Nachhinein war das auch besser so. Die Spirituosensammlung entspricht der im Bugsy’s und mir kommt der Verdacht, dass der Trend mit dem guten Alkohol noch nicht in Prag angekommen ist. Die Cocktailkarte wird als dickes schwarzes Buch gereicht. Die Unterteilung der Drinks ist nicht schlecht, aber die Zuordnung eine Katastrophe für mein Verständnis. Ist ein Moscow Mule ein Klassiker?! Ich entschied mich für einen „Penicillin“, da sollte laut Karte ein Lagavullin drin sein. Wirklich gut versteckt und ich war sofort geheilt von weiteren Drinks. Ich hatte einen Blick auf eine der Bars und konnte leider den Bartender sehen, der gelangweilt und arrogant einhändig den Shaker bediente, da war mir dann die Lust vergangen. Meine Begleitung wählte einen „Sazerac“ aus der Kategorie der molekularen Drinks. Dies bedeutete, dass der Tumbler mit einem separaten Eiswürfel serviert wurde. Es handelte sich um einen Absintheiswürfel, der den Drink erst einmal nicht und dann zuviel nach Absinth schmecken lies. Seltsame Interpretation. Der „Manhattan“ sah ganz gut aus, aber auch der Geschmack war nicht überzeugend. Als ich den Eintrag hier verfasste, las ich noch einige Artikel über die Bar nach und war überrascht über die vielen guten Bewertungen und Auszeichnungen. Ich bleibe bei meinen kleinen intimen Bars mit dem Schwerpunkt auf guten Drinks ohne viel ChiChi.

Der Besuch der hochdotierten Hemingway Bar blieb aus, ich hatte tatsächlich keine Lust mehr auf Cocktails und ich hatte auch ein bisschen Angst vor der Enttäuschung 😉

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